Tills Tagebuch: Seifenoper
06.May 2008
Heute standen zwei heiße Szenen auf dem Programm, das Team war nett, alle hatten Spaß.
Am Ende des Drehtages wird noch schnell die Übernachtungsfrage einer Darstellerin geklärt. Hilfsbereit und selbstlos wie ich bin, biete ich ihr (natürlich völlig ohne Hintergedanken) mein Bett an.
Nachdem die Sonne ein paar mal auf und unter gegangen ist, verabschieden wir uns erschöpft und ich fühle mich um einige Jahrzehnte älter…
Nichts böses ahnend lege ich mich zufrieden und um einige heiße Erinnerungen reicher schlafen…
So weit, so gut…
Kurze Zeit später fühle ich mich wie verheiratet. Mein Telefon klingelt pausenlos und das Wort Privatsphäre wird aus meinem Wortschatz entfernt. Die Darstellerin beehrt mich mit Überraschungsangriff…, äh …besuchen und übersieht dabei gerne großzügig das winzige Detail, dass ich überhaupt keine Zeit habe. Naja, wie soll sie das auch wissen, ich hab es ihr ja nur tausend mal gesagt…
Wieder einmal klingelt es an meiner Tür und ich ahne schon schlimmes, aber die Hoffnung stirbt zuletzt und so hoffe ich, dass es nur ein Geldeintreiber, oder Killer oder sonstirgendwas vergleichsweise harmloses ist. … ….aber nein, das wäre ja auch zu schön gewesen. SIE ist es…
Wie in einer schlechten Soap öffnet sie weit ihre Arme und wirft theatralisch den Kopf zur Seite. Ich nehme an, sie erwartet jetzt von mir, das ich mich freue oder so und ihr „Vom Winde verweht“-mäßig verliebt in die Arme falle. Stattdessen schließe ich lieber die Haustüre, solange ich noch kann.
Sie scheint meine subtile Botschaft allerdings falsch gedeutet zu haben und fängt an psychopathisch Sturm zu klingeln und gegen meine Tür zu hämmern… …aus einem mir rätselhaften Grund, verteilt sie außerdem eine Flasche Körperöl auf meiner Tür. Vielleicht ist es dort wo sie herkommt üblich, auf diese Weise seine Zuneigung zu bekunden…
Da der Geräuschpegel nach geraumer Zeit noch nicht nachlässt, beschließe ich jemanden anzurufen, der sich mit solchen Härtefällen auskennt: die Cops. Die scheinen allerdings wenig begeistert und vertrösten mich auf später.
Ewigkeiten vergehen. Ich rechne schon nicht mehr damit, jemals wieder das Haus verlassen zu können (außer vielleicht durchs Fenster auf der Rückseite des Hauses)… doch was ist das? Licht am Ende des Tunnels… Sie hat offensichtlich keinen Bock mehr auf Terror und zieht Leine…
Das ist ja nochmal einigermaßen gut gegangen, da bin ich dem Tod nochmal grade so von der Schippe gesprungen, aber merke: überlege gut, was für Frauen Du in Dein Bett lässt, im Zweifelsfall hat masturbieren wesentlich weniger unerwünschte Nebenwirkungen…
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